Gemeinsamer Aufruf zur Kundgebung am Sonntag, 22. Februar 2026
4. Jahrestag der russischen Vollinvasion in die Ukraine (24. Februar 2022)
Europa steht an der Seite der Ukraine – entschlossen, verlässlich, solidarisch
Am 24. Februar 2026 jährt sich die russische Vollinvasion in die Ukraine zum vierten Mal. Vier Jahre Leid, Zerstörung und unermessliche Opfer – und vier Jahre, in denen die Ukraine unersch?tterlich ihr Recht auf Freiheit, Selbstbestimmung und eine europäische Zukunft verteidigt. Dieser Krieg ist nicht nur ein Angriff auf die Ukraine. Er ist ein Angriff auf das Völkerrecht, auf Demokratie und Menschenrechte – und damit auf die Grundlagen der europäischen Friedensordnung.
Darum rufen die Europa-Union Deutschland – Kreisverband Göttingen, die Deutsch-Polnische Gesellschaft Göttingen und die Ukrainisch-Deutsche Gemeinschaft in Südniedersachsen gemeinsam zur Teilnahme an einer Kundgebung auf:
Friedensgebet: Sonntag, 22. Februar 2026, 16 Uhr, Kirche St. Michael, Göttingen
Schweigemarsch: im Anschluss zum Marktplatz / Gänseliesel
Kundgebung: 17:00 Uhr, Marktplatz / Gänseliesel, Göttingen

Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger: Kommen Sie, zeigen Sie Solidarität – mit den Menschen in der Ukraine und mit den hier lebenden Ukrainerinnen und Ukrainern. Gerade wenn Müdigkeit und Verdrängung wachsen, braucht es sichtbare Zeichen. Freiheit ist nicht verhandelbar. Aggression darf sich nicht lohnen.
Unsere Kundgebung verbindet Trauer und Erinnerung mit politischer Klarheit: Wir stehen für einen gerechten Frieden – nicht für einen „Frieden“, der Unrecht festschreibt. Verhandlungen dürfen nicht dazu führen, dass Besatzung legitimiert oder die Souveränität der Ukraine preisgegeben wird. Die Existenz der Ukraine in ihren völkerrechtlich anerkannten Grenzen ist unverhandelbar.
Uneingeschränkte Unterstützung – militärisch, humanitär und diplomatisch
Die Ukraine verteidigt nicht nur ihr eigenes Existenzrecht, sondern auch Europas Sicherheit. Daraus folgt Verantwortung: Europa muss verlässlich handeln und die Ukraine noch stärker unterstützen – im eigenen Interesse, aber vor allem aus Solidarität mit einem angegriffenen europäischen Land.
Wir verbinden mit der Kundgebung klare Erwartungen an Bund, EU und Partnerstaaten:
1. Militärische Unterstützung konsequent fortsetzen und ausbauen. Die Ukraine muss in die Lage versetzt werden, sich wirksam zu verteidigen – insbesondere durch ausreichende Luftverteidigung und die Lieferung der Systeme, die sie nach eigener Einschätzung benötigt.
2. Humanitäre Hilfe und Schutz stärken. Hilfe für Verwundete, Familien, Kommunen, Geflüchtete sowie Unterstützung für Wiederaufbau und zivilgesellschaftliche Strukturen müssen dauerhaft gesichert werden – auch hier vor Ort durch konkrete Solidarität.
3. Diplomatie mit Prinzipien. Diplomatie bleibt unverzichtbar – aber sie muss Freiheit und Völkerrecht absichern. Ein Ende des Krieges darf nicht auf Kosten der Unabhängigkeit, Integrität und Zukunftsperspektive der Ukraine gehen.
4. Russland Finanzen entziehen, Ukraine stärken. Eingefrorene Gelder russischer Konzerne und Oligarchen in Europa müssen liquidiert und der Ukraine zur Verfügung gestellt werden. Zugleich muss die russische Schattenflotte gestoppt werden und wir dürfen die russische Kriegswirtschaft nicht indirekt weiter finanzieren.
5. Europa handlungsfähig und wehrhaft machen. Europas Freiheit und Sicherheit dürfen nicht von Blockaden einzelner Regierungen abhängig sein: Wo es um Sanktionen und Sicherheit geht, braucht es entschlosseneres europäisches Handeln. Dazu gehören auch konsequenterer Schutz des europäischen Luftraums und eine bessere Abwehr hybrider Bedrohungen wie Cyberangriffe, Sabotage und Desinformation.
Wir danken allen Menschen in Südniedersachsen, die seit 2022 geholfen haben: mit Unterkunft, Begleitung, Spenden, Sprache, Schule, Arbeit – und mit Menschlichkeit. Diese Solidarität ist Teil unserer demokratischen Kultur.
Bringen Sie gern ukrainische und europäische Fahnen, Kerzen oder Blumen mit. Die Kundgebung ist friedlich; sie steht für Würde, Anteilnahme und eine klare demokratische Haltung.
Kommen Sie am Sonntag, 22. Februar 2026. Setzen wir gemeinsam ein sichtbares Zeichen. Göttingen und Südniedersachsen stehen an der Seite der Ukraine – für Freiheit, Recht und ein friedliches Europa.
Слава Україні! – Slawa Ukrajini!
Veranstalter:
Europa-Union Deutschland – Kreisverband Göttingen e.V.
Deutsch-Polnische Gesellschaft Götingen e.V.
Ukrainisch-Deutsche Gemeinschaft in Südniedersachsen e.V.
Filmvorführung „Die Kraft des Erinnerns“ in Kooperation mit dem Museum Friedland, ein Film von Roland Remus, Sabine Langer und Thomas Knüppel, 26.02.2026 – Kino Méliès (Bürgerstr. 13, Göttingen), Eintritt frei

1945 endete der Zweite Weltkrieg und hinterließ unsägliches Leid und tiefe Wunden. Bis heute sind die Auswirkungen dieses Krieges spürbar, sie belasten nachfolgende Generationen und beeinflussen ihren Alltag. Der Dokumentarfilm „Die Kraft des Erinnerns“ widmet sich den nach dem Krieg geborenen Generationen und den langen Schatten der Vergangenheit. Er veranschaulicht, wie das Erleben und Handeln von Eltern und Großeltern das Leben ihrer Kinder und Enkel prägt – obwohl diese den Krieg selbst nicht erlebt haben. Sechs Protagonist:innen laden die Zuschauer:innen auf eine emotionale Reise in ihre Familiengeschichte ein. Dabei werden das Handeln und Erleben ihrer Eltern und Großeltern im und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die daraus entstandenen Familiennarrative beleuchtet. Ihre sehr persönlichen Geschichten zeigen, wie sie ihren Weg des Erinnerns von Vergangenem gestalten und wie es möglich ist, Familiennarrative umzuschreiben sowie übernommene Verhaltensmuster zu überwinden. Der Film beleuchtet die Weitergabe von Traumata an nachfolgende Generationen und deren Auswirkungen.
Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit den Filmemacher*innen und einer der Protagonist*innen statt.
Mitgliederversammlung (Jahreshauptversammlung)
27.02.2026 – Bibliothek der Kanzlei Menge Noack Rechtsanwälte, Robert-Koch-Str. 2 in Göttingen
Vortrag und Diskussion mit Jonas Kolecki
„Der schmale Grat zwischen Freude und Frustration. Eine Analyse des deutschen Diskurses über einen speziellen Ort zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges in Polen“
10.03.2026 – Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, Göttingen
Vorstellung des literarischen Reiseführers
„Galizien. Unterwegs in Polen und der Ukraine“ von Marcin Wiatr
13.04.2026 – Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, Göttingen
Vortrag und Lesung
„Polen in Augenblicken“ mit dem DIALOG-Preisträger Dr. Matthias Kneip
23.04.2026 – Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, Göttingen
7. Göttingen-Thorner Gespräche – weitere Informationen folgen
29.–31.05.2026 – Göttingen
Podiumsdiskussion
„Rasender Stillstand – Belarus, eine Revolution und die Folgen“ mit Ingo Petz und Vertreterinnen und Vertretern der belarusischen Diaspora
26.06.2026 – Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, Göttingen
