Anlässlich des 35. Jahrestags des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit durften wir gemeinsam mit der Deutsch-Polnische Schulbuchkommission mehr als 50 Interessierte zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Zweiter Weltkrieg im deutschen Geschichtsunterricht:
„Was wissen wir? Deutsche Erinnerung – polnische Erfahrung“

Zum Auftakt begrüßte unser Vorsitzender Harm Adam die Gäste und unterstrich die bleibende Bedeutung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags vom 17. Juni 1991 für Versöhnung, Vertrauen und die enge Zusammenarbeit unserer beiden Länder. Gerade junge Menschen für Geschichte, Europa und die deutsch-polnische Verständigung zu begeistern, bleibt eine unserer wichtigsten Aufgaben.

Ein herzliches Dankeschön gilt Aleksandra Krystek-Biernacka, Generalkonsulin der Republik Polen in Hamburg, für ihr Grußwort.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Impulsvortrag von Dr. Verena Laubinger, Historikerin und Präsidiumsmitglied der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission. Anhand ihrer aktuellen Studie zeigte sie eindrucksvoll, wie deutsche Schulbücher heute die deutsche Besatzung Polens zunehmend differenzierter darstellen und welche Perspektiven dabei stärker in den Blick rücken – etwa das Schicksal von Zwangsarbeitenden, der polnische Widerstand sowie das kulturelle Leben während der Besatzungszeit. Ihr Vortrag machte deutlich, welche Bedeutung Schulbücher und Bildungsmedien für eine gemeinsame europäische Erinnerungskultur haben.

Im Anschluss diskutierten Astrid Taleghani, Dr. Verena Laubinger und Lukas Trümner unter der Moderation von Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg, Co-Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission, darüber, wie historische Bildung dazu beitragen kann, den deutsch-polnischen Dialog zu vertiefen und ein gemeinsames Verständnis der Vergangenheit zu fördern.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Referierenden und Gästen für einen erkenntnisreichen Abend sowie bei unseren Kooperationspartnern, der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission und dem Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg, für die hervorragende Zusammenarbeit.

Gerade in Zeiten, in denen historische Zusammenhänge zunehmend vereinfacht oder verzerrt dargestellt werden, bleibt die gemeinsame Auseinandersetzung mit unserer Geschichte eine unverzichtbare Grundlage für Verständigung, Demokratie und ein starkes Europa.

Fotos: Michelle Brändlein

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